Die fünf teuersten Irrtümer von Unternehmern

Irrtum 1: Digitalisierung spart Zeit und reduziert das Steuerberaterhonorar.

Eine Wand voller Leitz-Ordner, drei Jahre Umstellung auf DATEV, viele Fragen zu Archivierung und Zugriffsrechten – Momentaufnahmen aus unserer Digitalisierung. Wer sich Zeitersparnis auf Knopfdruck verspricht, wird enttäuscht. Wer bereit ist, erst zu investieren, gewinnt am Ende trotzdem.

Was stimmt: Digitalisierung macht Dinge übersichtlicher und von überall abrufbar. Sie ist die Voraussetzung für mobiles Arbeiten – und ohnehin kaum zu umgehen, denn die revisionssichere Ablage von Belegen schreibt die Finanzverwaltung längst vor.

Bettet man die Digitalisierung in einen ordentlichen Prozess ein und setzt KI unterstützend ein, etwa OCR-Erkennung oder bestimmte Lernmechanismen, hat man mit viel Glück am Ende zwar keine Zeit gespart, aber auch keine zusätzliche verloren.

Die größte Herausforderung nach meiner Erfahrung: Neue Strukturen müssen von der Führungsebene geschaffen werden. Und genau die hat oft keine Zeit dafür.

Ein Beispiel von uns selbst: Vor drei Jahren hatten wir noch eine riesige Wand mit Leitz-Ordnern, die Umstellung auf DATEV lief bereits. Bis der letzte Ordner geschreddert war, gingen Monate ins Land. Es galt Fragen zu klären: Was muss wie lange archiviert werden? Papier oder Scan? Wie muss die digitale Struktur aussehen? Welche Zugriffsrechte müssen vergeben werden? Alles andere als banale Fragen.

Um Antworten zu finden, habe ich zunächst bei meinen Mitarbeitern nachgefragt, mir daraus eine Struktur überlegt, und dann haben wir uns im Team zusammengesetzt, die Prozesse gemeinsam angeschaut und nach ein paar Wochen noch einmal überprüft, ob sie im Alltag wirklich funktionieren.

Wie immer gilt: Um Zeit zu sparen, muss man erst Zeit investieren.

Wir suchen Mandanten, die sich für Ihre Zahlen interessieren und eine SteuerBERATUNG suchen. Schreiben Sie uns gerne über den Kontaktbutton.

 

Irrtum 2: Eine GmbH löst alle Probleme.

Die GmbH gilt vielen als Königsweg gegen Steuern und Haftung. Doch Bilanzierung, Transparenzregister, E-Bilanz und teure Ausschüttungen gehören ebenso dazu. Welche Rechtsform wirklich passt, entscheidet nicht der Steuersatz allein, sondern die DNA des Unternehmens.

Die Frage der Rechtsform ist juristisch, organisatorisch – und eine Frage der Unternehmens-DNA.

Eine GmbH bedeutet in jedem Fall Bilanzierungspflicht: doppeltes Buchungsvolumen, weil alle Rechnungen erfasst werden müssen, unabhängig davon, ob sie schon bezahlt sind. Statt einer Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG erstellt man eine Bilanz, mit periodengerechter Erfassung von Aufwendungen und Erträgen sowie einer vollständigen Auflistung aller Vermögensgegenstände und Schulden. Dazu kommen Unternehmensregister, Transparenzregister und die Pflicht zur elektronischen Bilanz. Unter dem Strich: deutlich höhere Kosten für Buchhaltung und Jahresabschluss.

Dass sich das trotzdem lohnen kann, steht außer Frage – etwa wegen der Haftungsbeschränkung. Auch beim Umgang mit Gesellschaftsanteilen bleibt man flexibler: Man kann Gesellschafter aufnehmen, Anteile veräußern oder sie geschickt über eine Holding halten. Nur bei der Ausschüttung an den Anteilseigner wird es teuer: Steuerlich ist das keine gute Option, selbst der Einkommensteuer-Spitzensteuersatz ist dagegen noch ein Schnäppchen.

Neben den Vor- und Nachteilen einer Rechtsforn, stellt sich auch die Frage: Was passt zum Unternehmen? Die Partnerschaftsgesellschaft etwa – eng verwandt mit der GbR – passt für Architekten gut, weil bei einem Berufsfehler nur der bearbeitende Partner haftet. Betreut eine Agentur dagegen alle Projekte gemeinsam, passt genau diese Rechtsform nicht.

Diese Pflichten laufen übrigens unabhängig davon, wie groß das Unternehmen tatsächlich ist.

Wir suchen Mandanten, die sich für Ihre Zahlen interessieren und eine SteuerBERATUNG suchen. Schreiben Sie uns gerne über den Kontaktbutton.

 

Irrtum 3: Steuerplanung macht man im Dezember.

Kurz vor Weihnachten noch schnell die Steuerlast optimieren? Das funktioniert nur in der Theorie. Wer im Dezember plant, hat die entscheidenden Monate bereits verstreichen lassen. Steuerplanung gehört ins ganze Jahr, nicht in die letzten Wochen.

Steuerplanung macht man im Dezember – darum haben wir Steuerberater auch das halbe Jahr frei. Scherz beiseite: Wir verstehen uns als SteuerBERATUNG. Die Planung machen wir unterjährig und durchlaufend – genau das ist Teil unseres Erfolgs.

Gerade für Einnahmenüberschussrechner, bei denen alles nach dem Zu- und Abflussprinzip läuft, ist der Dezember-Mythos eine echte Mär. Im Dezember ist es dafür schlicht zu spät, denn viele Entscheidungen – etwa größere Investitionen vorziehen oder verschieben, Rücklagen bilden, Sonderabschreibungen nutzen – müssen rechtzeitig vorbereitet und umgesetzt werden.

Deshalb schauen wir spätestens ab dem ersten Halbjahr gemeinsam mit unseren Mandanten: Wo stehen wir? Zahlen wir aktuell Vorauszahlungen, und decken die die tatsächliche Steuerlast? Gibt es Anpassungsbedarf, und welche Möglichkeiten haben wir, gegenzusteuern?

Dahinter steckt ein einfacher Gedanke: Die laufende Finanzbuchhaltung ist nicht nur Pflichtprogramm, sondern die eigentliche Planungsgrundlage für jedes Unternehmen. Wer sie nur einmal im Jahr anschaut, verschenkt Monate, in denen sich noch etwas bewegen ließe.

So bleibt genug Zeit, auf Entwicklungen im laufenden Jahr zu reagieren, statt im Dezember nur noch Bilanz zu ziehen. Steuerplanung ist kein Jahresendspurt, sondern eine Frage der kontinuierlichen Begleitung – zwölf Monate im Jahr.

Genau deshalb sprechen wir mit unseren Mandanten nicht nur einmal im Jahr, sondern immer dann, wenn sich in der Buchhaltung etwas verändert – kurz, unkompliziert und rechtzeitig.

Wir suchen Mandanten, die sich für Ihre Zahlen interessieren und eine SteuerBERATUNG suchen. Schreiben Sie uns gerne über den Kontaktbutton.

 

Irrtum 4: KI betrifft nur große Unternehmen.

Auch dem Automobil wurde einst keine Zukunft vorausgesagt. Wer glaubt, KI ginge nur große Unternehmen etwas an, irrt auf ähnliche Weise. Entscheidend ist dabei nicht die Technik selbst, sondern die Frage, warum und wofür man sie einsetzt.

KI betrifft nur große Unternehmen. Die Aussage erinnert an das oft zitierte, aber historisch nicht verbürgte Wort über das Automobil: „Das wird sich nicht durchsetzen, ich glaube an das Pferd.“ Ob es je gefallen ist oder nicht – wer damals auf die Kutsche setzte, kam damit nicht weit. Wer heute glaubt, ohne KI auszukommen, ist nicht mehr zeitgemäß unterwegs.

Ob privat oder betrieblich: Die Tools sind dieselben. Menschen arbeiten mit ChatGPT, Claude, Gemini, manchmal mit europäischen Alternativen wie Mistral. Im betrieblichen Kontext kommt es aber darauf an, Lösungen zu finden, die sicherstellen, dass keine relevanten Informationen nach außen dringen. Nach meiner Beobachtung wird der Datenschutz dabei oft vernachlässigt.

Der zweite häufige Fehler: der falsche Fokus. Es geht nicht in erster Linie um Technik, sondern wie so oft bei Neuerungen um Organisation und Struktur. Dabei helfen die guten alten W-Fragen, beginnend mit dem Warum, nicht mit dem Was oder Wie: Warum arbeiten wir mit KI? Was wollen wir lösen? Wer ist zuständig? Wo ist die KI aufgehängt? Wie gehen wir vor?

Das mag lästig erscheinen. Aber wie ich gerne sage: „Vorbereitungszeit verdoppeln, Durchführung halbieren.“ Das gilt auch für KI. Ich muss mir die Zeit nehmen, sie wie eine Assistentin zu briefen und meine Gedanken zu ordnen – ein bisschen wie früher bei der Nachhilfe: Anderen etwas zu erklären, klärt vieles.

Wir suchen Mandanten, die sich für Ihre Zahlen interessieren und eine SteuerBERATUNG suchen. Schreiben Sie uns gerne über den Kontaktbutton.

 

Irrtum 5: Mein Steuerberater meldet sich schon, wenn wirtschaftliche Probleme drohen, und er muss sie auch lösen.

Ein Steuerberater, der wirtschaftliche Probleme allein löst? Ein weit verbreiteter Irrglaube. Wer sich zu selten mit den eigenen Zahlen beschäftigt, verpasst die Momente, in denen noch gegengesteuert werden kann. Regelmäßiger Austausch macht den Unterschied.

Mein Steuerberater meldet sich schon, wenn es wirtschaftiche Probleme gibt. Das ist natürlich kompletter Unsinn. Unternehmer, denen genau das passiert, beschäftigen sich in der Regel zu wenig mit ihren Zahlen und sind nicht auf dem Laufenden. Ein Steuerberater kann nichts retten, wenn der Unternehmer sich nicht regelmäßig kümmert und beratungsresistent bleibt. Sicher gibt es Hinweise, wenn sich die Dinge nicht gut entwickeln, und wir suchen das Gespräch – spätestens, wenn bilanziell eine Überschuldung droht. Aber dann ist es in der Regel schon zu spät.

Wichtig für alle: Der Unternehmer sollte uns sagen, welche Zusatzinformationen er braucht, damit er tatsächlich das Zahlenmaterial bekommt, das er sich wünscht. Das kann eine Kostenstellenrechnung sein oder Sonderkonten, um bestimmte Buchhaltungssachverhalte getrennt zu erfassen und besser auszuwerten. Schattenlisten sollten so möglichst der Vergangenheit angehören. Auch DATEV hat hier einiges getan: In DATEV Unternehmen online lassen sich die meisten Daten als Excel exportieren, und es stehen deutlich mehr Auswertungen zur Verfügung.

Deshalb lohnt sich die Frage: Was möchte der Unternehmer sehen, was ist ihm wichtig? Dann lässt sich schauen, was wir anbieten können, und eine Empfehlung aussprechen – dafür braucht es aber den regelmäßigen Austausch.

Deshalb sind wir Fan davon, miteinander zu reden, persönlich oder am Telefon. So klären wir offene Fragen schneller, vermeiden Missverständnisse und können rechtzeitig gegensteuern, bevor ernste wirtschaftliche Probleme entstehen.

Wir suchen Mandanten, die sich für Ihre Zahlen interessieren und eine SteuerBERATUNG suchen. Schreiben Sie uns gerne über den Kontaktbutton.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen

Hinweis zur Erreichbarkeit

Liebe Klienten und Geschäftspartner,

Am Donnerstag, den 14.05., ist Feiertag.
Auch am Freitag, den 15.05., bleibt unsere Kanzlei geschlossen.

 

Unser Team tankt Energie und ist ab Montag, den 18.05., wie gewohnt für Sie erreichbar.

 

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Ihr steupro-Team